10. Der rote Punkt

roterPunkt

Da isser: Der lang ersehnte rote Punkt. Er steht sinnbildlich für „es kann jetzt endlich weitergehen“.

Soll heißen: Die Baugenehmigung ist endlich da. Selten, dass ich mich so gefreut habe, Geld an eine Behörde überweisen zu dürfen.

Neben der Finanzierung war das so die letzte große Hürde.

 

Was passiert als nächstes?

  1. Bemusterungstermin ist fest (Anfang Juli)
  2. Gedanken machen, was wir wollen: Zur Vorbereitung für die Bemusterung haben wir ein 51 Seiten dünnes Protokoll in blanko erhalten, damit wir uns drauf einstimmen können, was wir am Tage an den Tagen der Bemusterung alles so entscheiden müssen.
  3. Dazu gehört auch zu wissen, wie unsere Küche aussehen soll, damit Keitel die Anschlüsse entsprechend planen kann. Dasselbe gilt für die Bäder. Wo soll das Porzellan hin? Hat der goldene Wasserhahn genug Platz?
    Passt die Porzellanwahl zu den gewählten Fliesen, die zu den gewählten Türen passen, die zu dem Holz der Treppe passt, welche wiederrum zu dem Bodenbelag passt, der seinerseits zur Farbe der Küche passt, die….??

Es wird also nicht langweilig. Wir sehen der Arbeit, die vor uns steht aber mit großer Freude entgegen. Denn es bedeutet, dass wir (hoffentlich) bald in unseren eigenen vier Wänden wohnen.

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9. Wir bauen auf Sand…

(echt jetzt…)

Wer ein Haus baut, soll nicht auf Sand bauen. Oder wie hieß noch mal das Sprichwort? Tatsächlich ist Sand als Bauuntergrund richtig gut. Dazu aber nachher mehr.

Wir haben uns einen Geologen ins Boot geholt, der für uns ermitteln soll, wie es auf unserem Bauplatz unter der Erde aussieht. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Dipl.-Geol. Matthias Körting von baugrund-direkt aus Karlsruhe für die spontane Verfügbarkeit. Er wird für uns ein Baugrundgutachten erstellen.

Der Geologe führte sowohl eine Rammsondierung als auch zwei Rammkernsondierungen durch.

Mit der Rammsondierung wird eine Rammsonde in den Boden gerammt und ermittelt, wieviel Schläge mit einem bestimmten Gewicht nötig sind, um die Sonde in eine gewisse Tiefe ins Erdreich zu bringen. Daraus lassen sich Rückschlüsse auf die Dichte des Materials im Erdreich ziehen. Die Sonde dringt dabei mehrere Meter tief in den Boden.

Mit der Rammkernsondierung werden mehrere Hohlsonden bis zu fünf Meter tief ins Erdreich gerammt:

Körting-3

Anschließend werden die Sonden wieder herausgezogen und die im Inneren der Sonden enthaltenen Bodenproben ausgewertet.Körting-1

Hier sieht man die drei gefüllten Sonden. Von oben nach unten erkennt man die einzelnen Schichten. In der kurzen Sonde mit 1m Länge (im Bild oben, mit einer 2€-Münze zum Größenvergleich) erkennt man die obere dunkle Schicht (organisch, z.B. Mutterboden) und ab etwa einem halben Meter Tiefe eine Lehmschicht. Diese Lehmschicht geht etwa bis in 1,5m Tiefe. Danach folgt Sand. Der ungefähr einen halben Meter lange Freiraum in der unteren Sonde, deutet auf die grundwasserführende Schicht hin, bei der der in der Sonde enthaltene Sand heraus gespült wurde.

Was bringt uns das jetzt?

Die organische Schicht muss weg, darauf kann man nicht bauen. Die Lehmschicht muss ebenfalls weg, denn Lehm ist modellierbar. Das ist zwar wunderschön für Teller und hässliche Aschenbecher und Blumenvasen, aber ein Haus mag sowas nicht so gerne.

Dahingegen ist der Sand perfekt. Sand lässt keine großen Hohlräume zu, ist wasserdurchlässig und gibt einen wunderbaren Untergrund.

Soweit mein gefährliches Halbwissen in Kurzform… Wir erhalten vom Geologen ein entsprechendes Gutachten (weder gefährlich noch mit Halbwissen und schon gar nicht in Kurzform), in dem alles fachmännisch aufbereitet ist und Empfehlungen für die Gründung unter der Bodenplatte des Hauses gegeben werden.

Also: was bringt uns das jetzt?

Mit diesem Wissen kann sich der Statiker ans Werk machen und ermitteln, welchen Untergrund wir mit den Erdarbeiten herstellen müssen, damit unser Haus sicher steht und nicht nach 10 Jahren dem Turm von Pisa Konkurrenz macht.

Das Gutachten gibt uns auch Aufschluss darüber, wieviel Geld wir für die Erdarbeiten in die Hand nehmen müssen.

Wir können gespannt sein…

 

8. Jetzt wird’s ernst

Es ist offiziell: Wir bauen mit Keitel-Haus!

Der Vertrag ist unterzeichnet, die Messer gewetzt, es kann losgehen. Als nächstes setzen wir uns mit dem Architekten zusammen, der mit uns die Feinabstimmung machen wird und die entsprechenden Pläne, Unterlagen, Anträge, usw., erstellen wird. Mit diesen Unterlagen putzen wir bei den Banken dann die Klinken und umgarnen den lieben Sachbearbeiter beim zuständigen Bauamt.

Wenn alles nach Plan verläuft und das Bauamt gnädig ist, ist der Papierkram bis Ende März 2018 erledigt. Dann kann es in etwa im Juli 2018 mit dem Bau losgehen. Keitel geht von einer Bauzeit (bei einzugsfertiger Erstellung) von vier Monaten aus. Da wir aber einige Sachen in Eigenleistung angehen werden bzw. vergeben werden, verkürzt sich dieser Zeitraum (hoffentlich), sodass der Weihnachtsbaumschmuck vielleicht schon im neuen Heim zum Einsatz kommt.

In Eigenregie werden von uns die Bodenbeläge (Laminat, Parkett und so) sowie Tapezier- und Malerarbeiten gemacht. Fliesenlegen und Bäder werden wir an einen Fachmann vergeben. Soweit so gut.

Wir freuen uns auf die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen! We will keep you on the running.

7. (Vor)Bemusterung und Werksbesichtigung

Lange hat sich nichts getan bei uns in Sachen Hausbau. Doch jetzt geht es hoffentlich dem Ende zu was das Thema Suche nach einem Hausbauanbieter anbelangt.

So stand bei uns eine Vorbemusterung zusammen mit einer Werksbesichtigung bei Keitel Haus auf dem Plan. Was ist eine Bemusterung?

Bemusterung, die:
Die Bemusterung beschreibt im Bauwesen die Phase während eines Hausbaus, in der die Bauherren sich bezüglich der gestaltungsflexiblen Baubestandteile entscheiden.

Quelle: http://www.wikipedia.org

Auf deutsch: Bei einer Bemusterung entscheidet sich der Bauherr, welche Materialen (bspw. Boden- und Wandfliesen, Bodenbeläge, Türen, Badgarnituren, etc.) in seinem Haus verbaut werden sollen.

Die Vorbemusterung setzt zum Ziel, dass der Bauherr einschätzen kann, welche Leistungen im Standard-Preis des jeweiligen Hausbauanbieters enthalten sind, und welche nicht (also gegen Aufpreis, is ja klar!).

Im speziellen Fall Keitel-Haus sind wir ins schwäbische nach Crailsheim gefahren, wo wir uns mit unserem Verkaufsberater vom Musterhauscenter Mannheim in einem Fliesen-Großmarkt getroffen haben. In etwa einer Stunde konnten wir einen guten Überblick über das erlangen, was im Standard-Preis enthalten ist. In diesem Fall sind es Fliesen bis zu einem m²-Preis von 40€. Alles darüberhinaus ist aufpreispflichtig, alles darunter führt zu einer Gutschrift.

Die Auswahl war schier überwältigend. Von kleinen Kachelfliesen bis hin zu Platten im m²-Format war alles dabei. Ebenso die Preis-Palette: Von wenigen Euro pro m² bis hin zu Preisen im dreistelligen Bereich. Da hat man die Qual der Wahl. Vielleicht hätte es der kleine Fliesenfachmarkt von nebenan auch getan…

Ähnlich verhielt es sich in der Porzellan- und Chrom-Abteilung: Vom einfachen Waschbecken bis zum Messing-Wasserhahn für 800 € ließen den Bauherren keine Wünsche offen. Für die Badausstattung (abgesehen von den Fliesen) wird uns ein bestimmtes Budget gewährt, in dem wir uns bewegen können. Ein Über- bzw. Unterschreiten wird wie bereits erwähnt nachberechnet oder gutgeschrieben.

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Fenstersimse innen und außen

Anschließend ging es zum Werk von Keitel-Haus nach Rot am See/Brettheim. Auf dem Betriebsgelände steht ein Musterhaus (Haus des Jahres 2003, oder so), in dem sich dann der Rest der Bemusterung abspielt.

Vom Keller (Türen, Böden) über das EG (Fenster, Simse, Treppen) bis hin ins DG (Dachpfannen) führte uns der Berater. In drei Preisgruppen eingeteilt kann man sich in den einzelnen Bereichen etwas aussuchen. Hierbei sind die Preisgruppen 1 und 2 im Standardpreis enthalten, während die Preisgruppe 3 extra kostet. Glücklicherweise war die Auswahl (vergleichsweise) klein gehalten. Aber es war immer noch für jeden Geschmack etwas dabei.

 

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Innentreppen

Dieser Teil der Bemusterung wird uns wahrscheinlich leichter fallen, als das Aussuchen der Fliesen und Bäder, einfach weil die Auswahl nicht so riesig ist.
Der weitaus zeitaufwändigere Teil der Bemusterung wird dann eher die Planung mit dem Architekten mit ggf. Anpassung der Raumaufteilung oder Fenstersetzung  sein.

 

 

Zum Schluss erhielten wir noch eine kleine Werksführung durch die Hallen von Keitel-Haus. Der Großteil der Holzteile wird im Werk von zwei CNC-gesteuerten Holzzuschnittanlagen (sog. Abbundanlagen) für die Fertigung vorbereitet. Roboter findet man keine. Die Teile für ein Haus werden in zwei Tagen gefertigt und auf LKW verfrachtet. Ein Haus findet in drei LKW Platz und ist fertig zum Abtransport. Bei Keitel wird nahezu just-in-time gefertigt. Folgende Bilder sollen einen kleinen Eindruck verschaffen. Zur Einschätzung der Größenordnung: der grüne Kasten hinten in der Halle ist ein großer 40t-LKW-Anhänger.

 

Die Außenwand von links (innen) nach rechts (außen): Gipsbauplatte, Winddichtpapier, Holzständerwerk, Holzfaserdämmplatte (mit Gehrungsschnitt für Hausecke)

Die Wände werden im Werk fast fertiggestellt. Fenster, Fenstersimse, Türzargen, Elektroleerkanäle und Putzgrund. Alles drin, alles dran. Die Dächer sind komplett im Werk fertiggestellt. Lediglich die Dachpfannen werden auf der Baustelle nach der Hausstellung verlegt.

Fazit: Die Vorbemusterung ist sehr empfehlenswert. Insbesondere weil man so einen Eindruck darüber gewinnt, welche Auswahl man hat und welche Entscheidungen man später bei der (richtigen) Bemusterung treffen muss. Das Ineinandergreifen und Abstimmen von Türfarbe, Fußbodenbelag, Treppenholz und ähnlichem wird noch ein wenig Arbeit bedeuten.
Die Werksbesichtigung war sehr interessant und können wir jedem Keitel-Haus-Interessenten nur empfehlen!

 

6. Alle kochen sie nur mit Wasser

Wenn man sich mit dem Thema Hausbau beschäftigt, kommt man um das Thema „Heizung“ früher oder später nicht herum. In Hinblick auf das Heizungssystem hat man bei der Masse an verschiedenen Systemen die Wahl der Qual. Die Fertighaus-Anbieter sind hier nur bedingt hilfreich. Manche haben nur wenige oder sogar nur ein Heizungssystem anzubieten, andere gleich mehrere. Doch was ist das richtige? Fragt man einen Hausbau-Anbieter, dann natürlich das, was er anbietet. Ist ja logisch.

Die Unterschiede der Heizungssysteme sind ebenso vielfältig, wie die Preisspannen breit. Da man für ein Haus allerdings nicht wenig Geld auf den Tisch legen muss, habe ich den Anspruch an mich selbst, das für uns perfekte (versuchen kann man’s ja) und passende System (im Rahmen meiner Möglichkeiten) zu finden. Dieser Beitrag soll ein wenig auf die verschiedenen Heizungssystem eingehen und deren Vor- und Nachteile herausstellen. Dass hier auch einige subjektive Empfindungen einfließen, sollte wohl klar sein.

 

1. Ölheizung

Die gute alte Ölheizung kommt bei einem Neubau natürlich gar nicht in Frage. Zu teuer das Öl, zu dreckig, zu viel Platzbedarf.

2. Pelletheizung

Schon interessanter, als eine Ölheizung. Allerdings gilt auch hier: zu viel Platzbedarf. Diese Heizung ist eher was für bestehende Haushalte, die ihren alten Ölkessel loswerden wollen und im alten Ölkeller Platz für das Pellet-Lager haben.

3. Gasheizung

Hier wird es langsam warm (haha, Heizungs-Witz). Die Gas-Brennwert-Therme ist in der Technik ausgereift, benötigt kaum Platz, ist in der Anschaffung vergleichsweise günstig und die Gaspreise sind (noch) relativ niedrig.

Allerdings macht man sich hiermit abhängig von fossilen Brennstoffen. Da Deutschland nicht gerade auf einer Gasblase hockt, muss das wertvolle Gut importiert werden. Man mag mich einen Pessimisten nennen, aber die Welt ist im Moment nicht der friedlichste Ort. Und was passiert in ein paar Jahren, möglicherweise erst in 10 oder 20 Jahren, wenn die Unruhen zunehmen und ein großer Gaslieferant (z.B. Wladimir) sagt: „ätsch, ihr bekommt nix mehr!“?

Zum 01.01.2016 ist die neue EnEV in Kraft getreten. Diese regelt, welche Anforderungen Neubauten erfüllen müssen. Diese wurden derart verschärft, dass man mit einer Gasheizung alleine nicht mehr hinkommt. Da muss dann schon eine Solarthermie auf’s Dach. Diese unterstützt die Gasheizung zur Warmwasserbereitung. Keine schlechte Idee, denn die Sonne gibt’s kostenlos dazu. Allerdings macht sich diese gerne mal rar. Besonders, wenn man sie braucht. Zum Beispiel im Winter, oder morgens, wenn man duschen will.

4. Wärmepumpenheizung (Strom)

Nach Aussage mehrerer Hausbau-Anbieter werden Heizungssysteme mit Wärmepumpe (WP) in unserer Region mittlerweile in ca. 90% der Neubauten installiert. Es gibt drei verschiedene Arten von WP. Diese unterscheiden sich nach der Wärmequelle:

  1. Luft-WP
    Hier ist die Wärmequelle die Luft. Luft gibt’s für umme und das ausreichend. Durch Wärmetauscher, quasi ein umgekehrter Kühlschrank, wird der Luft die Energie entzogen und diese Energie entweder auf Luft übertragen, die dann dem Gebäude per Lüftungsanlage zugeführt wird (sog. Luft-Luft-WP). Oder die Energie wird auf Wasser übertragen (sog. Luft-Wasser-WP), das dann das Gebäude per Fußbodenheizung erwärmt. Eine Fußbodenheizung hat hier den entscheidenden Vorteil, dass die Vorlauftemperatur wesentlich geringer ist (ca. 35°C), als bei klassischen Heizkörpern (ca. 50°C).
  2. Wasser-WP
    Hier wird das Grundwasser als Wärmequelle benutzt. Die Anschaffungskosten sind relativ hoch und die Anforderungen an den Gewässerschutz streng. Vorteil ist die über das Jahr gesehene in etwa gleichbleibende Temperatur des Grundwassers und die damit einhergehende hervorragende Effizienz der WP.
  3. Erd-WP
    Hier wird die Erdwärme genutzt. Dies geschieht entweder über eine Erdwärme-Sonde (Bohrtiefe mehrere 100 Meter) oder einen Flächenkollektor (wenige Meter unter der Erdoberfläche). Die Anschaffungskosten für eine solche Heizungsanlage sind enorm. Hier schlagen die Bohrkosten zu Buche. Auch besteht keine Garantie, dass eine Bohrung aufgrund der Erdbeschaffenheit funktioniert bzw. gleich beim ersten Versuch klappt.
    Belohnt wird man allerdings mit eine der effizientesten WP. Erdwärmepumpen erreichen mitunter die höchsten Jahresarbeitszahlen (JAZ). Die JAZ gibt die Effizienz der WP an:JAZ = erzeugte Wärme in kWh p.a. / eingesetzte elektrische Energie in kWh p.a.

    Vereinfacht ausgedrückt: Wenn ich mit einer WP (JAZ von beispielsweise 3) Strom einsetze, um Wärme zu erzeugen, dann erhalte ich mit 1 kWh Strom 3 kWh Wärme. Je höher die JAZ, desto besser.

Ergänzt werden können die Heizungssysteme mit Lüftungsanlagen. Hier unterscheidet man in kontrollierte Wohnraumlüftungen (KWL) mit bzw. ohne Energierückgewinnung. Bei einer KWL mit Energierückgewinnung wird die warme Luft aus dem Haus gesogen, z.B. in der Küche, im Bad. Die in der verbrauchten Luft enthaltene Wärmeenergie wird auf die von außen hereingeholte frische Luft übertragen. Die so abgekühlte verbrauchte Luft wird als Fortluft rausgeblasen und die neue vorgewärmt. Keine schlechte Idee, denn auf diese Weise wird keine kostbare Heizungsluft zum Fenster rausgeblasen. Die KWL sorgen dafür, dass die Luft im Haus ständig ausgetauscht wird. Nicht nur das, auch die Regelung der Luftfeuchte bis hin zum CO2-Gehalt ist bei einigen Geräten möglich.

Kombiniert mal also eine Wärmepumpe mit solch einer KWL mit Energierückgewinnung und ergänzt das ganze mit einer Photovoltaik-Anlage mit Speicher, dann kann man seinen Autarkiegrad auf weit über 50% steigern. So die blumige Theorie.

Im Internet liest man so manches mal über die Wärmepumpe: „Verkappte Stromheizung“, „Stromfresser“ und andere unschöne Dinge. Andere wiederum loben die Wärmepumpen in den höchsten Tönen: „Effizient“, „Energiesparwunder“ usw usf…

Ob sich eine Wärmepumpe rechnet oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab: wie ist das Wetter am Aufstellungsort? Wie ist die Jahresdurchschnittstemperatur? Wie lange und wie oft scheint die Sonne? Handelt es sich um einen Neubau oder Altbau? Wie sind die eigenen Heiz- und Lüftungsgewohnheiten bzw. das Wärmeempfinden?

Man kann leider also nicht pauschal sagen, die Wärmepumpe ist doof. Oder die Wärmepumpe ist der Bringer. Die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Hier kommt man wohl um eine anständige Beratung nicht herum.

5. Licht am Ende des Tunnels?

Kurzfristig kam uns ein Termin bei Weber Haus in den Kalender. Weber gehört zu den größten, ist vielleicht sogar auch der größte Fertighaus-Anbieter in Deutschland.

Wir waren wieder, oh Wunder, im Fertighauscenter in Mannheim. Unser Berater nahm unsere Wünsche auf, wir hatten auch gleich ein bestimmtes Haus parat, was uns aus dem Katalog gefiel (CityLife 400, Stadtvilla).

Was bisher noch kein Anbieter gemacht hat: Der Berater fragte nach einem Plan vom Grundstück (das haben auch andere gemacht) und…. zückte Skizzenpapier, Stift und Lineal und begann, unseren Plan im Maßstab 1:100 abzupausen. Sodann druckte er den Grundriss unseres favorisierten Gebäudes im gleichen Maßstab aus und begann, unsere Wünsche und Vorstellungen in den Plan zu übertragen und stellte fest: das wird eng. Oder wie der Gynäkologe sagen würde: da müssen wir Abstriche machen!

Gemeint war die Kombination Grenzlinie (da, wo das Haus dran stehen muss) und Form des Grunstücks (Trapez). Das hat zur Folge, dass wir in der Größe des Hauses eingeschränkter sind, als wir eingentlich dachten. Folgende Skizze soll das Dilemma verdeutlichen:

Skizze

Besser wäre also, wenn wir nicht über die gesamte Länge der Baulinie das Haus ausrichten müssten, sondern vielmehr parallel zu den Baugrenzen rechts und links.

Aber zurück zum Thema: Der Berater erstellte gab uns schließlich eine grobe Richtschnur, was wir an Kosten erwarten könnten. Auch er ging mit uns die Baunebenkosten durch, die bei Weber eher geringer ausfallen. Denn die meisten Kosten sind bei diesem Anbieter inklusive. Die BNK sind zwar so geringer, aber der Preis für Weber umso höher. Gibt sich also nix.

Gut fanden wir, dass man eine Vor-Bemusterung durchführt (und zwar vor Vertragsunterzeichnung). Wie bei jedem Fertighausanbieter auch, sind gewisse Materialien (Bäder-Ausstattung, Fliesen, Türen, etc.) im Standardpaket enthalten. Bei dem einen fällt dieses Paket umfangreicher, bei dem anderen eher kleiner aus. Im Rahmen der Vor-Bemusterung hat man also die Möglichkeit zu sehen, was bei Weber im Standard-Paket enthalten ist. So kann man auch abschätzen, was für Kosten on-top kommen, wenn man beispielsweise einen goldenen Wasserhahn am Mahagoni-Waschtisch mit der Elfenbein-Zahnbürsten-Halterung haben möchte.

Zum Schluss baten wir, uns einmal die Heizungen ansehen zu dürfen. Weber hat im Fertighauscenter in Mannheim drei Häuser stehen. In einem ist eine Luft-Luft-Wärmepumpe (Proxxon) mit kontrollierter Lüftung und Energierückgewinnung verbaut. In einem anderen Haus ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe (Stiebel-Eltron?) verbaut. Der Größenunterschied der beiden Heizungssystem ist beachtlich. Während man mit der LWWP einen 10m²-Technikraum füllt und kaum noch Platz hat für Waschmaschine und Trockner, nimmt die LLWP deutlich weniger Platz in Anspruch. Es passt dann auch noch das ein oder andere Lagerregal in den Raum. Wenn man Platzprobleme hat, gilt es also auch zu beachten, welches Heizungssystem man wählt. Eine schwierige Entscheidung.

 

4. Knapp daneben…

Der vierte Hausbauanbieter in der Reihe war Rensch Haus. Auch hier waren wir wieder im Fertighauscenter in Mannheim zu Besuch.

Unser Berater fragte uns nach unseren Vorstellungen, was wir von einem Fertighausanbieter erwarten. Nach und nach ging er die Punkte durch und bewarb Rensch (Klar, das ist sein Job und er will verkaufen). Wir gaben unsere Wünsche an und er zeigte uns entsprechende Grundrisse. Da jedoch nicht das Richtige dabei war, musste angepasst werden. Hier hatten wir den Eindruck, dass es ein wenig „im-Trüben-fischen“ war. Es wurde nicht so ganz auf unsere Wünsche eingegangen, wie beispielsweise das Gästezimmer im EG (!). Irgendwann ging er mit uns ein „Portfolio“ an Bildern durch, die den Produktionsprozess zeigen sollten. Es handelte sich um eine Sammlung an Bildern, die ungefiltert gezeigt wurde und so auch einige viele eher uninteressante Motive zu sehen waren.

Vom ersten Eindruck her kann man sagen, dass Rensch vergleichsweise günstig ist. Das liegt vor allem daran, dass es ein paar vorgefertigte Grundrisse gibt und so einige Kosten für Statik usw. entfallen. Hat aber auch den Nachteil, dass man nicht so flexibel ist.

Der Moment, wo wir dachten, dass Rensch nichts für uns ist: Bau ausschließlich mit Lüftungsanlage. Als der Berater dies sagte, fiel ich innerlich in meinen Stuhl zurück. Zur Rettung muss man allerdings sagen, dass wir der Lüftungsanlage gegenüber mittlerweile gar nicht mehr so abgeneigt sind. Das ist ein anderes Thema.

Die Lüftungsanlage war aber nicht das ausschlaggebende Moment, das uns zur Entscheidung gegen Rensch verholfen hat. Im Nachhinein hatten wir das Gefühl, dass das Ganze irgendwie intransparent war: Was für Kosten kommen noch auf uns zu? Was ist alles im Preis enthalten? Hier kam nichts konkretes. Die Katze im Sack wollen wir nicht kaufen.

Wir sind uns bewusst, dass man nicht alle Kosten vorhersagen kann. Irgendwas ist ja schließlich immer… Aber man kann das Risiko für unvorhergesehene Kosten verringern. Hier haben andere Anbieter in Sachen Transparenz eindeutig die Nase vorn.